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Fleissige Bienen, wie lange noch ?

 
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isidor
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Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 27.02.2010, 02:22    Titel: Fleissige Bienen, wie lange noch ? Antworten mit Zitat

Seit geraumer Zeit häufen sich Berichte über den Rückgang der Bienenpopulationen in Mitteleuropa. Immer mehr Imker geben auf, da ihnen die Kosten der Krankheitsbekämpfung über den Kopf wachsen und der hohe Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag steht.
Die Ursachen sind verschieden. Zum einen verschwindet immer mehr Lebensraum und Ackerfläche zugunsten immer größerer Siedlungsdichte, Gewerbeflächen und Infrastrukturen. Monokulturen führen zum Einsatz von Pestiziden und Insektiziden. Der Ordnungswahn auf öffentlichen Grundstücken und in vielen Gärten vernichtet durch ständige Maht die Futterpflanzen der Bestäuber. Eingeführte fremdartige Pflanzen verdrängen die einheimischen Pflanzen. Die Blumenzüchter bringen immer mehr Blumen mit gefüllten Blüten in den Handel, welche weder Pollen noch Nektar anbieten. Es werden sogar Samen von Sonnenblumen ohne Pollen und Nektar angeboten. Die Liste der Missetaten durch Homo sapiens lässt sich sicher um einige Punkte fortsetzen.

Wenn die Politik denn nun mahnt, daß etwas gegen das Artensterben unternommen werden sollte, dann ist dieser Gedanke ja schon mal richtig. Und anfangen sollten wir an der unteren Nahrungskette, denn ohne die grösste Tiergruppe - den Insekten - können die anderen Tierarten und auch Homo sapiens nicht überleben.
Sicher können wir Honig, Gemüse und Obst importieren. Doch wer bestäubt unsere Obstbäume, Gemüse, Nutz -und Wildpflanzen vor der Haustür, wenn wir nicht gegensteuern?
Auf die Politik sollte man sich nicht verlassen.
Artenschutz fängt vor der eigenen Haustür an. Jeder Garten -und Balkonbesitzer hat es selbst in der Hand, ob ihm von Frühjahr bis Herbst Hummeln und Bienen umsurren und Schmetterlinge umschwirren.
Unsere Gärten nehmen eine immer bedeutendere Rolle beim Artenschutz ein.

Hier einige Punkte, die wir berücksichtigen sollten.

Unsere Böden sollten nicht mehr durch Einbringung von Chemiekalien (Kunstdünger) vergewaltigt werden, denn diese schädigen die nützliche Bodenmannschaft (Regenwürmer und Mikroben), welche unsere Böden lockern, anorganische Stoffe in organische Stoffe umwandeln und somit fruchtbaren Humus produzieren. Das Einbringen von Urgesteinsmehl, Sand, Kompost, Gründünger und Rindenmulch schädigt weder den Boden, noch die in ihm lebenden Tiere.
Schnee tut unserer Vegetation im Winter gut, er isoliert und schützt Pflanzen und Bäume vor Frost und Austrocknung. Doch in Homo sapiens Lebensweise passt kein Schnee mehr, schwächt dieser doch das Wirtschaftswachstum und verursacht Kosten durch Strassenräumung.
Mit Sorge ist zu beobachten, daß immer mehr Salz in die Böden gelangt. In Australien und China gibt es bereits grosse Gebiete mit versalzten Böden, wo nie mehr eine Pflanze wachsen wird.
Ich verwende kein Salz, sondern kehre lieber etwas gründlicher mit dem Besen.

Es ist besser, einheimische Bäume, Sträucher und Pflanzen zu setzen.
Sie kommen mit unserer Witterung und unseren Böden zurecht, bedürfen weniger oder keiner Pflege und werden von unseren Insekten bestäubt.
Der englische Rasen stellt für unsere Insekten eine grüne Wüste dar.
Eine hübsche Wildblumenwiese erfreut nicht nur unser Auge, sondern ernährt viele Insekten und macht zudem weniger Arbeit.
Ein einzelner Garten ist zu klein, um alle Pflanzenarten abdecken zu können. Es macht Sinn, über die Zaungrenzen zu schauen und zu prüfen, was in den Nachbargärten wächst. Da sich z. B. in meinen Nachbargärten Obstbäume befinden, wäre es unsinnig, meine kostbaren qm für selbige Bäume zu verschwenden, sondern statt dessen das anzupflanzen, was sich in den Nachbargärten nicht befindet und das sorgt für Vielfalt.
Blumensorten mit gefüllten Blüten sollten gemieden werden.
Die Auswahl der Trachtpflanzen sollte dafür sorgen, daß unsere Insekten von März bis zum Frost eines Jahres mit Nektar und Pollen versorgt sind.
Monokultur sollte vermieden werden. Wenn Bienen nur mit einer Sorte Pollen und Nektar versorgt werden, schwächelt ihr Imunsystem und das macht sie anfällig für Krankheiten.
Im Handel werden Insekten-Nisthilfen angeboten. Man kann diese auch selber basteln. Nicht nur unsere Vögel und Fledermäuse, sondern auch die nützlichen Insekten nehmen diese Hilfe gerne in Anspruch.
Selbst der Balkonbesitzer kann den Wildbienen Nisthilfen anbieten. Solitärbienen sind äußerst friedfertig und es macht Freude, sie bei ihrer Arbeit beobachten zu können.
_________________
Gruss Kathrin
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isidor
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Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 20.05.2010, 01:46    Titel: Das Sterben der Bienen Antworten mit Zitat

Die gesamte Landwirtschaft leidet unter ungewöhnlich hohen Verlusten der Tierart

In Hessen summt es zu wenig. Die Bienen sind knapp geworden. Jede Vierte hat den Winter nicht überlebt. Zudem rücken Milben den Brummern zu Leibe. Neue Bienenvölker kaufen, ist schwierig: Der Markt ist leer.
Das hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

von Jörn Perske (dpa)

Kirchhain. In Hessen sind die Bienen knapp geworden. Die langanhaltende, strenge Kälte und Schädlinge haben dafür gesorgt, dass etwa jede vierte Honigbiene den Winter nicht überlebt hat. "Er hat den Bienen-Völkern starke Verluste beschert. Das ist ein Problem", sagt Ralph Büchler vom Bieneninstitut in Kirchhain.
Die fleißigen Brummer sind nach Rind und Schwein das wichtigste Nutztier in Deutschland. Auf die Bestäubung sind rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen angewiesen. "Ohne Imkerei würde erheblicher Nahrungsmangel bestehen. Ein Drittel aller Nahrungsmittel wie Kirschen, Äpfel und Birnen hängen von der Bestäubungsfunktion der Bienen ab", erklärt Agrarstaatssekretär Mark Weinmeister (CDU).
Honig ist zwar mit Abstand das Hauptprodukt der Imkerei. Dennoch werden auch andere Erzeugnisse geschätzt. Bienenwachs wird nicht nur in Kerzen, sondern auch in Pflegemitteln und Kosmetika verwendet. Mit ihren Bienenvölkern sorgen die Imker für die Bestäubung vieler Wildpflanzen und leisten damit einen Beitrag zum Erhalt der Arten.
Normalerweise gehen pro Winter etwa zehn Prozent der Bienen ein. Verluste von 25 Prozent wie jetzt treffen die Imker hart. Neue Bienenvölker zu kaufen, um Bestände wieder aufzufüllen, ist derzeit aber schwer. "Der Markt ist wie leergefegt, weil zu viele gestorben sind", beobachtet Büchler. Ein Bienenvolk kostet je nach Größe etwa 100 bis 200 Euro. Im Winter gehören ihnen 10 000 bis 15 000 Individuen an, im Sommer schwillt die Größe auf bis zu 40 000 an.
Wie gut es den Bienenvölkern geht, hängt auch davon ab, wie das Pollenangebot ist.
"Nur eine gewisse Vielfalt sichert eine optimale Eiweißversorgung. Das ist eine Voraussetzung dafür, wie langlebig die Biene ist."
Im Sommer haben sie eine Lebensdauer von wenigen Wochen. Im Winter, wenn sie keine Brutzeit betreiben und auf ihren Honigvorräten als Energiequelle sitzen, können sie schon ein paar Monate alt werden. Wird ein Volk jedoch von Viren und anderen Krankheitserregern heimgesucht, kann der Bestand stark zurückgehen.
Ein Problem ist auch die Varoa-Milbe, die sich nicht nur auf die Bienen sondern auch auf Larven setzt und sie aussaugt. "Dadurch werden die Völker stark geschwächt", sagt Büchler. Mit Schutzpräparaten könnten die Imker zwar gegensteuern und den Befall eindämmen. "Wenn man nicht unmittelbar reagiert, ist es zu spät", erklärt der Fachmann. Die Folge: irreparable Schäden.
Um den Bienenbestand wieder zu fördern, müssen sich die Tiere schnell vermehren, indem zum Beispiel Völker geteilt und Königinnen umgesiedelt werden. "Bis zum Jahresende sollten dann die Verluste wieder ausgeglichen."

Quelle: Frankfurter Neue Presse vom 19.05.2010

Gestern lief auf Arte ein interessanter Doku über das weltweite Bienensterben. Jahrtausende pflegten Mensch und Biene eine Beziehung, ohne Schaden für die Bienen. Die europäische Biene ist gezwungen, den kurzen Sommer zur enormen Honigproduktion als Futtervorrat für die Wintermonate zu nutzen, um überleben zu können, was bei Bienenarten in wärmen Klimazonen nicht der Fall ist. Deshalb wurde die europäische Honigbiene auch weltweit in wärmeren Klimazonen eingesetzt.
Die Bienenarten in wärmeren Klimazonen produzieren zwar weniger Honig, verfügen aber über Abwehrmechanismen gegen Parasiten und dergleichen, was bei der europäischen Honigbiene nicht der Fall ist und somit konnte sich der Varoa-Milben-Befall ausbreiten.
Die Imkerei wird teilweise wie eine Industrie betrieben, wobei die Bienen bis am Rand ihrer Leistungsfähigkeit regelrecht ausgebeutet werden. Man siedelt sie ständig um, karrt sie auf von Pestiziden, Insektiziden und mit Kunstdünger vergifteten Farmen zur Bestäubung, pumpt billigen Futterersatz, Medikamente und Antibiotika in sie rein. Die arme Honigbiene wird von der Imkerindustrie genauso schlecht wie Schlachttiere in der Massentierhaltung behandelt. Sie wird zur Produktionseinheit heruntergewirtschaftet und ihr Kollaps ist ein Warnzeichen an uns, daß unser Ökosystem und mit unserer Wirtschaftsweise auch wir selbst vor dem Kollaps stehen.
_________________
Gruss Kathrin
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